Arbeitszeugnis Formulierungen

Arbeitszeugnisse spielen im Bewerbungsprozess eine sehr wichtige Rolle. Ein schlechtes oder ein mangelhaft ausgestelltes Arbeitszeugnis kann die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, Assessment-Center oder Einstellungstest verhindern. Deshalb sollte man als Arbeitnehmer am Ende eines Anstellungsverhältnisses immer darauf achten, dass ein gesetzesgemäßes Arbeitszeugnis ausgestellt wird, so dass zukünftige Arbeitgeber ein adäquates Bild Ihrer Leistungen und Ihres Verhaltens bei früheren Anstellungen erhalten.

Arbeitszeugnisse formulieren und bewerten

Das Problem bei der Erstellung und späteren Interpretation von Arbeitszeugnissen besteht darin, dass es keine allgemein verbindliche Vereinbarung zur Bewertungsskala und den entsprechenden Formulierungen gibt. Während einige Kernsätze wenigstens einer Bewertungsrichtung zuzuordnen sind, lassen viele weitere Formulierungen einen großen Interpretationsspielraum offen.

Anforderung eines Arbeitszeugnisses

Ein Arbeitszeugnis muss durch einen Mitarbeiter grundsätzlich angefordert werden - am besten schriftlich und rechtzeitig. Dabei ist die Angabe wichtig, ob es sich dabei um ein einfaches oder qualifiziertes Arbeitszeugnis handeln soll. Wenn der Arbeitgeber seiner Pflicht nicht nachkommt, kann man vor dem Arbeitsgericht eine Klage einreichen. Nach einem bestimmten Zeitraum ist der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verwirkt, wenn der Mitarbeiter nicht seine Ansprüche geltend macht. Dieser Zeitraum beläuft sich allgemein auf zehn bis zwölf Monate.

Kriterien für die Arbeitszeugnis-Erstellung

Der Inhalt eines Arbeitszeugnisses muss vor allem vollständig, verständlich, wahrheitsgemäß und dabei wohlwollend sein. Diese Kriterien ermöglichen ein weites Feld für Formulierungen, so dass Arbeitsgerichte immer wieder zwischen den beteiligten Parteien vermitteln müssen. Der Arbeitgeber ist prinzipiell dazu verpflichtet, alle wesentlichen Fakten zur Beurteilung des Mitarbeiters in das Arbeitszeugnis aufzunehmen und somit zukünftige potentielle Arbeitgeber über die Leistungen und Eigenschaften des ausscheidenden Mitarbeiters zu informieren. Der Interpretationsspielraum von Beurteilungen ergibt sich dadurch, wie bestimmte Leistungen behandelt, gewichtet und benotet werden.

Die Erstellung eines Arbeitszeugnisses mit Wohlwollen beinhaltet nicht das Verbot einer negativen Beurteilung, da ein Arbeitszeugnis der Wahrheit entsprechen muss. Allerdings sind negative Leistungen und Eigenschaften in einer adäquaten Weise in das Arbeitszeugnis aufzunehmen. Wenn Sie als Mitarbeiter mit einer negativen Beurteilung Ihrer Leistungen und Eigenschaften rechnen, dann haben Sie die Möglichkeit, sich nur ein einfaches Arbeitszeugnis über Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses ausstellen zu lassen, ohne jegliche Beurteilung. Dann sollten Sie sich für zukünftige Vorstellungsgespräche jedoch auf Nachfragen einstellen, warum diese Beurteilung fehlt.

Arbeitszeugnis selbst verfassen

Im Berufsleben kommt es immer häufiger vor, dass ausscheidende Mitarbeiter nach der Äußerung eines diesbezüglichen Wunsches einen Entwurf ihres Arbeitszeugnisses anfertigen und vorlegen; in einigen Fällen werden sie dazu sogar vom Arbeitgeber aufgefordert. Der ausscheidende Mitarbeiter verspricht sich davon ein besonders gutes Arbeitszeugnis, welches mit positiven Formulierungen überzeugt. Die Mitarbeiter des Arbeitgebers, denen das Verfassen von Arbeitszeugnissen eigentlich obliegt, ersparen sich somit den Aufwand an Ressourcen für die Arbeitszeugnis-Erstellung. Allerdings ist es dem Arbeitgeber einerseits nicht erlaubt, von einem ausscheidenden Mitarbeiter einen Arbeitszeugnis-Entwurf zu fordern. Andererseits muss der Arbeitgeber den Arbeitszeugnis-Entwurf vom Mitarbeiter nicht annehmen.

Weiterführende Tipps zu Arbeitszeugnissen: